Obertöne

Was sind Obertöne?

Obertöne (engl. Harmonics oder Overtones) sind Bestandteile von fast jedem musikalischen Ton, der instrumental oder vokal erzeugt wurde. Wenn also mit einem Instrument ein beliebiger Ton erzeugt wird, erklingen neben dem Grundton unzählige weitere Töne. Das heißt wiederum, dass wir nicht einen einzelnen Ton hören, wenn wir z.B. die Taste eines Klaviers anschlagen, sondern eine Verschmelzung von vielen verschiedenen Tönen. Da diese Töne alle oberhalb des Grundtons liegen, werden sie Obertöne genannt.

Wer sich noch etwas an den Physikunterricht erinnern kann, weiß dass Geräusche nichts anderes als Schwingungen sind. Die Gesamtschwingung eines Tons besteht aus einer Vielzahl von Teilschwingungen. Diese Teilschwingungen ergeben die Obertöne. In der Phyik spricht man daher auch von einem Klang und nicht von einem Ton.

Wenn auf einem Klavier z.B. das C angeschlagen wird, ertönen neben dem Grundton weitere Töne. Allerdings erklingen nicht einfach irgendwelche Töne. Die Obertöne eines Grundtons sind ganz bestimmte Töne, deren Abstände zueinander stets gleich bleiben.

Da das sicherlich ziemlich kompliziert klingt, möchte ich es anhang eines Beispiel näher erläutern. Nehmen wir noch mal an, wir schlagen das C auf einem Klavier an. Wobei es egal wäre, auf welchem Instrument wir das C anschlagen. Es würden

TonIntervall zum GrundtonObertöne zum
Grundton C
GrundtonGrundtonc
1. ObertonOktavec1
2. ObertonOktave + Quinteg1
3. Oberton2 Oktavenc2
4. Oberton2 Oktaven + große Terze2
5. Oberton2 Oktaven + Quinteg2
6. Oberton2 Oktaven + kleine Septimea#2
7. Oberton3 Oktavenc3

Rein theoretisch geht diese Obertonreihe unendlich weiter. Denn ein Oberton ist nichts anderes als ein Vielfachses der Grundton-Schwingung.

Wofür sind Obertöne gut?

Obertöne ermöglichen uns Klänge voneinander zu unterscheiden. Ein auf einem Klavier angeschlagenes C klingt für uns anders als ein C gezupft auf einer Gitarrensaite.

Das liegt daran, dass der spezifische Klang eines Instruments von folgenden Parametern abhängt.

  • Welche Obertöne sind in dem Klang des Instruments vorhanden?
  • Welche Lautstärkeunterschiede haben die Obertöne zueinander?
  • Wie stark ändern sich die Lautstärke und die Frequenz der einzelnen Obertöne beim Erklingen des Tons?
  • Werden beim Spielen des Instruments Nebengeräusche (z.B. Zupf- oder Anschlaggeräusche) verursacht?

Die Obentonstruktur ist also maßgeblich für das Klangerlebnis eines Instruments, aber auch einer Stimme und sorgt dafür, dass wir Instrumente und menschliche Stimmen erkennen und unterscheiden können.

Das Thema kurz in einem Video erklärt!

Der bekannte Obertonsänger Christian Bollmann erklärt in einem Video innerhalb von fünf Minuten, was Obertöne sind und gibt dazu auch Beispiele.

Wer also nicht lesen möchte, ist mit diesem Video gut bedient.

Die Teilung der Saiten, von denen Christian Bollmann spricht wird in folgendem Bild veranschaulicht.

Harmonische Teil-Schwingung der Obertöne
Harmonische Teil-Schwingung der Obertöne

Was haben diese Obertöne mit Handpans zu tun?

Wie jedes Instrument haben natürlich auch Handpans Obertöne. In den Klangfeldern von qualitativen Handpans sind neben dem Grundton zwei Obertöne eingestimmt. Hierbei handelt es sich um die Oktave zum Grundton und die Quinte zu dieser Oktave. Mehr dazu findest, du in dem Artikel zur Qualität einer Handpan.

Bei Handpans gibt es ein bestimmte Technik, um einen Oberton eines Klangfelds zu aktivieren und den anderen zu isolieren. Diese Technik wird in einem Video von Anuah Music sehr schön erklärt.

Auch der bekannten Handpan Spieler Colin Foulke zeigt in einem Video sehr anschaulich, wie man die Obertöne auf einer Handpan aktiviert/anschlägt.

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