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Wie stimmt man eine Handpan - Symphonic Steel - Sean Beever - Handpan360 - Peter Levitov

Wie stimmt man ein Klangfeld einer Handpan? (18/2019)

Peter Levitov hat mit seinem Projekt Handpan 360 den Hersteller Symphonic Steel Handpans besucht. Dabei ist ein sehr schönes Video entstanden, in dem Sean Beever, der Gründer von Symphonic Steel Handpans, zeigt, wie er ein Klangfeld einer Handpan stimmt.

Das Video ist zwar auf Englisch, aber unter dem Video findet ihr eine freie Übersetzung von mir. Da könnt ihr noch mal lesen, was Sean und Peter über das Stimmen einer Handpan besprechen und erklären.

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Wie baut man eine Handpan in 5 Minuten? (04/2019)

Kann man eine Handpan wirklich in 5 Minuten bauen? Natürlich ist das nicht in Echtzeit möglich, aber im Video der Woche wurde der Zeitraffer angeschaltet. Peter Levitov hat mit seinem Projekt Handpan 360 den Hersteller Symphonic Steel Handpans besucht. Dabei ist ein Video entstanden, in dem Sean Beever, der Gründer von Symphonic Steel Handpans, zeigt, wie er eine seiner begehrten Iskra Handpans herstellt.

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Wie man ein Klangfeld in unter 2 Minuten feinstimmt

Sean: Heute werden uns ein bisschen mit der Feinstimmung einer Handpan beschäftigen. An dieser Handpan gibt es ein paar Anpassungen in Bezug auf die Stabilität des Klangfelds, die ich gerne machen würde. Denn ein Klangfeld klingt nicht stabil, wenn man es anschlägt… und das halte ich für ein Problem, das ich beheben möchte.

Ich gebe dir ein Beispiel. (Sean spielt zwei Noten an und zeigt, dass ein nicht sauber klingt, wenn er sie anschlägt. Das andere Klangfeld klingt sauber, auch wenn er es stark anspielt.)

(Ab Minute 1:03 spricht Peter an, wie man ein Klangfeld einer Handpan überhaupt dazu bringt zu klingen.)

Peter: Ich glaube vielen Menschen, die eine Handpan spielen, ist es gar nicht bewusst, das ein Klangfeld durch Kompression gestimmt wird und nicht, wie bei vielen anderen Instrumenten, durch Spannung.

Sean: Ja genau. Beim Stimmen von Stahlinstrumenten ist die grundlegende Idee, dass wir den Stahl im Bereich eines Klangfelds nehmen und versuchen diesen in einen kleinere Bereich zu zwingen. Man kann also sagen, wir komprimieren das Material. Das war auch schon bei den Steelpans so. Wenn wir das Material komprimieren, kann es sich knicken und vibrieren. Es ist also diese „Knickstärke“, die wir am Ende kontrollieren müssen.

Man kann sich das so ein bisschen Vorstellen, wie bei einem Deckel eines Marmeladenglases. Diese kann man auch rein- und rausdrücken bzw. knicken. Es ist das gleiche Konzept, nur das wir dieses Knicken kontrollieren.

Zusätzlichen stimmen wir die Obertöne hinein, indem wir das Klangfeld auf eine bestimmte Weise formen. So haben wir unsere Grundtonhöhe, wir haben unsere Oktave und dann noch unseren Oberton.

Um ein schlecht klingendes Klangfeld wieder zu stabilisieren, müssen wir also das Knicken und Vibrieren des Klangfelds wieder unter Kontrolle bringen.

Peter: Mein Verständnis ist, dass man sich einem Klangfeld auf viele verschiedene Arten nähern kann, indem man mehr oder weniger Kompression auf die eine Seite oder die andere Seite das Klangfelds, auf die Quinte und die Oktave ausübt, und natürlich kann das den Grundton insgesamt beeinflussen und dass eine Möglichkeit, Stabilität in der Note zu schaffen, darin besteht, alle Seiten wirklich ausgeglichen zu halten.

Sean: Ja, das ist eine Möglichkeit. Ich meine, du willst nicht, dass du nur an einer Seite die ganze Arbeit machst. Also wenn ich einen bestimmten Oberton abstimme, schaue ich mir immer beide Seiten an, aber ich behalte auch die gesamte Notenstruktur selbst im Auge. Denn auf der einen Seite könnte es sinnvoller sein, mehr zu arbeiten als auf der anderen Seite eine.

Und das ist nicht nur etwas, das ich fühle und höre, ich meine, ich schaue mir das auch visuell an. Ich schaue mir die Note an und ich kann sehen, wo ich eine Note bearbeiten will und was mehr Sinn machen würde. Und ich kann es auch unter dem Hammer spüren. Wenn unsere Frequenz anfängt, in die andere Richtung zu gehen, in die ich es gehen lassen möchte, gibt mir diese Art von Hinweis, dass ich vielleicht auf der anderen Seite der Note arbeiten sollte oder vielleicht sollte ich ein wenig umstrukturieren, um mehr aus dieser Seite herausholen zu können.

Ich meine, während ich es tue, treffe ich diese Entscheidungen spontan, noch vor jedem einzelnen Hammerschlag, den ich mache. Du wirst sehen, wie ich mehrere Anschläge und Hammerschläge mache. Bei jedem dieser Anschläge analysiere ich, was aus der Note herauskommt, was ich an Feedback bekomme, bis hin zu dem, was ich am Hammer selbst fühle. Ich kann spüren, wie es von der Note abprallt. Ich benutze alle diese Sinne, um eine bestimmte Note auf dem Instrument stimmen zu können.

Peter: Ich habe dich und Kyle über das Stimmen einer Handpan sagen hören, es sei der relativ einfache Teil der Handpanherstellung. Aber das Timbre wirklich zu verfeinern und die Qualität zu erhalten, die du für die Note willst, ist die Sache, für die ein Leben lang braucht, um es zu lernen.

Sean: Korrekt. Die Fähigkeit, das Timbre genau zu steuern, ist der schwierigste Teil. Im Allgemeinen bezeichnen die Leute das Stimmen als einfaches Ausrichten des Grundtons mit seiner Oktave und dem Oberton, was relativ einfach ist. Man kann aber eine Note haben, bei der all diese Töne gestimmt sind, sie aber trotzdem schrecklich klingt. Sie wird nicht stabil sein, sie wird schreckliches Timbre haben.

Also hier kommt wirklich auf die Fähigkeit an. Eine Note zu formen, die ein gutes Timbre mit all den Frequenzen hat, die so ausgerichtet sind, wie du sie haben willst. Genau hier kommt dein Können und die lange Erfahrung ins Spiel.

Peter: Eines der Dinge, die wir sehen werden, wenn du Stabilität in diese Note bringst, ist dein Stabilisierungs-Test.

Sean: Ja. Aber diese Stabilität ist etwas anders. Das ist die Überprüfung der Stimmstabilität. Ich überprüfe, ob sich die Frequenzen nicht ändern, wenn ich das Klangfeld wirklich hart anschlage.

Du wirst sehen, wenn ich zum ersten Mal die Note umstrukturiere, dass sie im Allgemeinen höher werden wird, wenn ich sie wirklich hart mit dem Schlägel schlage. Und das ist in Ordnung, das bedeutet, dass ich einfach weiter an der Note arbeite, bis sie schließlich an einen Punkt kommt, an dem sie aufhört, das zu tun. Und im Allgemeinen ist die harte und schnelle Regel, je härter du sie triffst, desto stabiler ist sie.

Jedoch kann es noch zu einem natürlichen Abweichen kommen. Deshalb führen wir im Laufe einiger Wochen mehrere Runden der Feinabstimmung an den Instrumenten durch. Aber insgesamt ist das das Wichtigste, was die Stabilität der Stimmung selbst betrifft, was ich nicht verwechseln möchte mit der Stabilität der Note unter der Hand, die dieses Flattern verursacht.

Peter: Es sind also zwei verschiedene Dinge. Zum einen, wie stabil die Stimmung der Handpan bleibt und zum anderen die Stabilität eines Klangfelds beim Anschlag.

Sean: Ja, das sind zwei verschiedene Dinge.

(Ab Minute 6:15 beginnt Sean das Stabilisieren/Stimmen des Klangfelds.)

Sean:Also werde ich hier mit diesem Es anfangen und sehen, ob wir es ein wenig stabiler aus der Hand machen können. Diese Belle ist nicht gut, also lass es uns reparieren.

(Nach ca. 2 Minuten ist Sean mit dem Stabilisieren/Stimmen fertig.

Sean: Jetzt kann ich sehen, dass die Note unter meiner Hand tatsächlich stabil ist, man hört das Bellen nicht mehr und sie wurde gestimmt.

(Ab Minute 8:29 wird ein weitere Beispiel eines Klangfelds gezeigt, das zwar in Stimmung, aber nicht stabil ist.)

Hier ist ein weiteres Beispiel für eine Note, die gestimmt, aber nicht stabil ist. In diesem Fall ein G4. Wir können sehen, dass die Note tatsächlich gestimmt ist, indem wir auf die hier gezeigte Lino-Tune-Anwendung schauen. Allerdings ist deutlich zu hören, dass die Note beim Anschlag wackelt, was auf eine schlechte Stabilität zurückzuführen ist. Nach ein paar Minuten Arbeit an der Stabilität der Note können wir sehen, dass die Note noch wie zuvor gestimmt ist, aber sie ist viel stabiler, wenn man sie mit den Händen trifft.

Peter: Das ist die Herausforderung der neuen Erbauer, zuerst das Stimmen zu bewältigen und dann herauszufinden, wie man die Stimmung immer und immer wieder anpassen kann, bis man sie wirklich dorthin bekommt, wo man sie will.

Das ist etwas, das wirklich faszinierend und traurig für mich ist, viele Instrumente zu sehen, weil es an Bildung auf dem Markt mangelt und es viel Enthusiasmus und Angebot und Nachfrage gibt.

Diese Instrumente, die gestimmt werden und nur für ein paar Wochen in Ordnung sind. Sie werden nicht auf diese Schwellenwerte gedrängt und in diesem Maße stabilisiert, wie du es machst. Entweder durch die Arbeit mit dem Ofen oder die Arbeit mit dem Hammer oder beidem. Und so hört jemand, wie ein anständiges Instrument klingt, oder in einigen Fällen ein gutes Instrument oder in einigen Fällen ein großartiges Instrument. Ich denke nicht, dass dies unbedingt darauf zurückzuführen ist, dass der Hersteller ein Bösewicht ist, ich denke, es liegt an der mangelnden Bildung bei allen Beteiligten.

Sean: Das Stimmen von Stahl ist etwas, das jahrzehntelange Erfahrung erfordert, um gut darin zu sein. Es gibt viele Dinge, die neueren Herstellern vielleicht nicht einmal bewusst sind, weil es nicht so viele Informationen gibt.

Ich meine, alles was du heute gesehen hast, ist persönliche Erfahrung. Sehr wenig davon wurde mir das tatsächlich beigebracht. Alles was die Stabilisierung der Noten betrifft, habe ich durch eigene Erfahrungen gelernt. Es gibt keine Bücher darüber, wie man eine Note auf einer Handpan oder einer Steelpan stimmen und wie man sie stabilisieren kann. Es gibt Bücher über die grundlegende Stimmung von Stahl, um die Grundfrequenzen zu erhalten, aber nicht über die Anpassung des Timbre.

Peter: Du würdest neuen Handpan-Herstellern also empfehlen erst mal eigene Erfahrungen zu sammeln?

Sean: Oh ja, das würde ich machen!

Peter: Die Mehrheit der besten Tuner, die ich gesehen habe, die Instrumente bauen, die für mich sehr begehrenswert sind, nutzen alle diese Technik in der einen oder anderen Form.

Sean: Diese Technik macht ein Qualitätsinstrument aus, das lange halten wird und wenn es richtig gespielt und nicht überspielt und gut gepflegt wird, wird es seine Stimmung sehr lange halten.

Peter: Also ist eine Faustregel für dich: Wenn du mit diesem Schlägel schlägst und der Ton sich verändert, ist er nicht stabil genug für dich.

Sean: Korrekt! Wenn es sich bewegt und dauerhaft so verstimmt bleibt mit den nachfolgenden Schlägen, dann muss ich weiter an dem Klangfeld arbeiten, bis es schließlich aufhört und stabil bleibt.

Ich meine, ein oder zwei Cent Veränderung in der Tonhöhe sind okay. Aber nach einer ersten Grobstimmung des Instruments, wenn zum ersten Mal eine Note gestimmt wird, verändert sich die Tonhöhe nach einem harten Schlag mit dem Schlägel um einen Halb- bzw. Ganztonschritt nach oben.

Also stimmst du so lange weiter, hältst deine Struktur in dem Klangfeld, bis es endlich an seinem Platz ankommt, und ich kann es so hart mit dem Schlägel schlagen kann und es seine Tonhöhe nicht mehr verändert.

Peter: Ich habe Spieler gesehen, die deine Instrumente sehr hart spielen und sogar nach einem Jahr haben deine Handpans noch eine stabile Stimmung.

 

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