Cajon -
Ratgeber zum Musikinstrument

Geschichte, Herstellung, Modelle und mehr

In diesem Ratgeber lernst du, was eine Cajon ist, wie sie klingt und wie sie gespielt wird.

Cajon Musikinstrument

Alles über die Cajon

Autor: Milan Serwene | letzte Aktualisierung: 5. Mai 2022

Die Cajon ist ein Perkussionsinstrument aus Peru, das heute in den unterschiedlichsten Musikstilen Verwendung findet. Sie wird auch oft als Kistentrommel bezeichnet und entstand ursprünglich aus Transportkisten für Lebensmittel. Mittlerweile hat sie sich zu einem professionellen Schlaginstrument entwickelt, das überall mit hingenommen werden kann.

In diesem Ratgeber findest du alle wichtigen Informationen über die Cajon wie ihre Herkunft, Varianten, Spielweise und andere wichtige Fakten.

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Du findest folgende Themen in diesem Ratgeber:

Inhalte

Was ist eine Cajon?

Die Cajon gehört wie die Handpan zu den Perkussionsinstrumenten. Ursprünglich stammt sie aus Peru. Cajon bedeutet ins Deutsche übersetzt so viel wie “Schubkasten” oder “Schublade”. 

Einst war sie eine Transportkiste für Fisch und andere Lebensmittel. Heute ist sie aus der Welt der Perkussionsinstrumente nicht mehr wegzudenken und man hört sie in Flamenco-Rhythmen, in der Worldmusic sowie im Rock & Pop und Blues.

Eine Cajon wird mit den Händen gespielt und hat einen trommelähnlichen Klang. Sie verfügt über eine sehr kompakte Bauweise und vereint in sich verschiedene Rhythmuselemente des Schlagzeugs wie Snare und Bass Drum. Aufgrund ihrer flexiblen Verwendungsmöglichkeit ist sie heute sehr populär und kann unkompliziert zu jedem Ort mit hingenommen und gespielt werden.

In folgendem Video stellt der David Kuckhermann, der auch Handpan-Unterricht gibt, die Cajon vor.

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Aufbau der Cajon

Die meisten Cajons bestehen aus einem Korpus und einem Snare-Element im Inneren.

Korpus

Der Korpus besteht aus einem Quader aus sechs Holzplatten aus Buche oder Birke und ist meist 50 bis 60 cm hoch und zwischen 30 und 40 cm breit. 

Die hintere Platte verfügt über ein Schallloch, um die Resonanzen aus dem inneren Bereich nach außen hin abzuleiten.

Mittlerweile gibt es Cajons aber auch aus Karton, Pappe und Kunststoff, wobei Holz immer noch als Material für den Korpus die bedeutendste Rolle spielt. 

Die ca. 1,5 cm dicken Holzplatten bestehen im Normalfall aus mehrlagigem Sperrholz, selten aus Massivholz. 

Häufig sind Resonanz- und Schlagplatte etwas dünner als die übrigen Wände des Korpus. Dabei entsprechen sie in ihrer Funktion dem Resonanz- und Schlagfell der Trommel eines akustischen Schlagzeugs.

Cajon Aufbau
Bau einer Cajon: Hier fehlen noch das Snare-Elemente und die Schlagplatte

Snare-Element

Das Snare-Element ist so im Inneren der Cajon verbaut, dass es an der Schlagplatte anliegt. Es werden dafür zum Beispiel Gitarrensaiten aus Stahl, Glöckchen oder sogenannte Snare-Teppiche (Drahtspiralen) eingebaut, die als Klangerzeuger dienen. 

Sobald der Snare-Teppich oder die Gitarrensaiten aus Stahl vibrieren, entstehen besondere raschelnde, metallische Klänge.

Geschichte und Herkunft der Cajon

Das Perkussionsinstrument stammt ursprünglich aus Peru. In schriftlicher Form wurde die Cajon zum ersten Mal in der Mitte des 19. Jahrhunderts erwähnt. Doch reicht ihr Ursprung noch zwei Jahrhunderte weiter zurück, als die damals aus Afrika stammenden Sklaven sich einen Trommelersatz suchen mussten, da ihnen das Trommeln verboten war. Das Trommeln gab ihnen jedoch in vielen Bereichen des Lebens das Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Aus den ersten Cajons, die einst schlichte Obst- oder Transportkisten waren, wurden später hochwertigere weiterentwickelte Holzboxen, die der spanische Flamenco-Gitarrist Paco de Lucia in den späten 1970ern in Europa bekannt machte. Er hatte die Idee, Gitarrensaiten einzubauen, um einen Snare-Effekt zu erhalten.

Verschiedene Modelle der Cajon

Kubanische Cajon

Die kubanische Variante wird von oben nach unten gespielt. Dabei sitzt der Spieler oder die Spielerin nicht auf der Cajon, sondern hält sie zwischen den Beinen.

Afro-peruanische Cajon

Die afro-peruanische Variante ist heute am weitesten verbreitet. Sie wird von vorne nach hinten gespielt. Während sie gespielt wird, sitzt der Spieler oder die Spielerin auf ihr. Diese Variante etablierte sich zunächst in Spanien und wurde vor allem für Flamencomusik verwendet.

Bass-Cajon

Diese Variante erzeugt einen beeindruckenden Bass und ist eine breitere Variante der afro-peruanischen Version. Häufig werden diese Cajons auch mit Fußmaschinen verwendet und haben sich im Zusammenspiel mit verschiedenen Perkussionssets etabliert.

Travel-Cajon für unterwegs

Diese Variante ist für Musiker*innen, die gerne mit ihrer Cajon unterwegs sind, eine interessante Alternative. Sie ist zusammenklappbar oder verfügt über ein Reiseformat, je nach Modellunterform. Sogenannte Falt-Cajons sind in wenigen Minuten aufgebaut und wieder zusammengefaltet.

Eine Weiterentwicklung: die Hybrid-Cajon

Bei dieser Variante geht es darum, elektronische Samples mit den akustischen Klängen der Cajon zu mischen. Zum Beispiel befinden sich hinter der Schlagfläche sogenannte Trigger. Sie erklingen zusätzlich zum akustischen Ton. Manche Weiterentwicklungen wie das Hybrid-Cajon namens Centaur von der spanischen Firma DG DeGregorio verfügen über die Importmöglichkeit von eigenen Sounds und drei seitlich platzierte Triggerflächen. Mit dem Roland EC-10M ELCajon Mic Processor können jedoch auch einfache Cajons verwendet werden. Das Soundmodul inklusive Clip-Mikrofon wird einfach mit ihnen verbunden.

Wie klingt eine Cajon und wie wird sie gespielt?

Eine Cajon hat einen warmen Grundklang und ist sehr einfach zu spielen. Auch Kinder können das Spielen auf ihr ganz leicht und intuitiv erlernen.

Wie klingt eine Cajon?

Mit ihrem warmen, trommelartigen Grundklang eignet sich eine Cajon ideal für das Zusammenspiel mit anderen akustischen, unverstärkten Instrumenten, zum Beispiel mit einer

Je nachdem wie die Cajon angeschlagen wird, entstehen gedämpfte, bassige, helle, dunkle, scheppernde oder schnarrende Geräusche.

Wie spielt man eine Cajon?

Grundsätzlich werden zum Spielen erst einmal nur die Finger und Handflächen eingesetzt, auch wenn es noch interessantes Zubehör wie Besen und andere Elemente gibt, um besondere Effekte zu erzielen.

Eine Cajon kann unterschiedlich angeschlagen werden. In dem Video erklärt David Kuckhermann die Grundschläge und Sitzposition.

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Tone

Hierfür musst du die obere Ecke der Schlagfläche anspielen. Das liefert einen knackigen, hellen Snare-Klang.

Bass

Für den Bass musst du die Schlagfläche etwas oberhalb der Mitte mit der flachen Hand anschlagen. Sobald dein Handteller auf die Spielfläche trifft, sollte dein Daumenballen nur knapp unter der Oberkante der Cajon auftreffen. Dabei entsteht ein tiefer, dumpfer, bassiger Klang.

Tip

Dazu musst du die Schlagfläche mittig, kurz oberhalb der Kante mit den Fingerspitzen anschlagen. Dabei entsteht ein wesentlich leiserer Ton als beim Tone- oder Bass-Schlag. Die Tips werden besonders gerne als Zwischen- und Füllschläge eingesetzt, um einen bestimmten Rhythmus zu erzeugen.

Slap

Diesen Schlag spielst du leicht mit angewinkelten Fingern unterhalb der Position, auf der du den Tip angeschlagen hast. Die Schlagplatte wird dabei abermals nur mit den Fingerspitzen angespielt.

Wichtig: Zum Spielen der Cajon solltest du immer die Hände und Arme locker und entspannt lassen. Deine Körperhaltung sollte aufrecht sein und die Cajon, auf der du sitzt, solltest du leicht nach hinten kippen, sodass du die Schlagplatte leichter erreichst.

Ist Cajon lernen schwer?

Die Spielweise ist recht schnell zu erlernen und auch Kinder erhalten dabei motivierenden Spielraum. Mit anderen zusammenzuspielen in einer Gruppe macht natürlich noch mehr Spaß. Du benötigst keine Notenkenntnisse, um eine Cajon zu spielen.

Die Kistentrommel eignet sich auch zum Experimentieren. Dank ihrer guten Handhabbarkeit wird sie oft im Rahmen pädagogischer Projekte verwendet.

Die Cajon gehört auch zu unserer Liste von leicht erlernbaren Instrumenten für Einsteiger.

Wie wird eine Cajon gestimmt?

Bei der Cajon geht es nicht um das Korrigieren der Töne wie bei Saiteninstrumenten, sondern hier geht es lediglich darum, die Klangcharakteristik des Instrumentes zu optimieren und unerwünschte Störgeräusche zu eliminieren.

Bei manchen Modellen kann zum Beispiel mittels Inbusschrauben an der Unterseite die Saitenspannung geändert werden.

Ebenso ist bei manchen Modellen möglich, die Schlagfläche ein wenig vom Korpus zu lösen, sodass sich ein typisch peruanischen Snare-Sound ergibt.

Der Klang eines Cajons kann auch gedämpft werden, in dem der Klettstreifen, der über den Saiten angebracht ist, gestrafft oder gelockert wird.

Wenn du einen tieferen und trockeneren Basston wünschst, kannst du das Resonanzloch mithilfe eines aufgeklebten Stück Pappe abdecken. Manche Modelle besitzen bereits einen Schieber am Loch, um den Basston zu modifizieren.

Cajon kaufen: Wie teuer ist eine Cajon?

Eine Cajon kostet durchschnittlich 40 bis 250 EUR. Hochwertige und spezielle Modelle kosten etwas mehr und sind um die 300 EUR erhältlich.

FAQ zur Cajon

Eine Cajon, die auch als Kistentrommel bezeichnet wird, ist ein Perkussionsinstrument, das meist aus Holz besteht. Auf der Rückseite des Kastens befindet sich ein Schallloch. Es wird im Fachjargon auch als Resonanzloch bezeichnet. Als Schlagfläche, um Töne zu erzeugen, dienen die Holzplatten. Manche Modelle verfügen im Inneren über bestimmte Effekteinbauten wie Gitarrensaiten oder Glöckchen. So entstehen beim Anspielen der Cajon ganz unterschiedliche Schnarrgeräusche.

Je nachdem wie das Instrument angeschlagen wird, entstehen helle, dunkle, schnarrende oder scheppernde Geräuschlandschaften. Ebenso können Basstöne erzeugt werden. Sehr große Cajons sorgen für einen sonoren, tiefen Klang.
Autoreninformation
Milan Serwene
Milan Serwene

Milan hat 2017 das Handpan-Portal gegründet. Mit seinen umfangreichen Ratgebern hilft er allen Interessierten, sich in der Handpan-Welt zurechtzufinden. Er unterstützt mit informativen Blogbeiträgen und Interviews Handpan-Spieler*innen und -Hersteller*innen. Mittlerweile ist das Handpan-Portal als Teil eines großen Netzwerks die größte Internetseite in der Szene.

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