Klangschalen -
Ratgeber zum Instrument

Geschichte, Herstellung, Modelle und mehr

In diesem Ratgeber lernst du, was eine Klangschale ist, wie sie klingt und wie sie gespielt wird.

Klangschale wird von einer Frau gespielt

Alles über Klangschalen

Autor: Milan Serwene | letzte Aktualisierung: 5. Mai 2022

Eine Klangschale ist eine Schale, mit der sich durch Anschlagen oder Reiben obertonreiche, harmonische Töne erzeugen lassen. Im Englischen wird sie als Singing Bowl bezeichnet. 

Traditionell bestehen Klangschalen aus Metall. In jüngerer Zeit werden sie aber auch aus Glas hergestellt. Viele Menschen kennen Klangschalen nur als Instrumente für die Klangtherapie, dabei sind sie auch wunderbare Musikinstrumente für vielseitige Musikstücke, wenn auch nicht so alltäglich wie eine Gitarre oder ein Piano.

Dieser Ratgeber widmet sich allen wichtigen Informationen zur Klangschale wie Geschichte, Herkunft, Herstellung, Varianten und mehr

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Du findest folgende Themen in diesem Ratgeber:

Inhalte

Was ist eine Klangschale?

Eine Klangschale ist eine Schale, die durch Reiben oder Anschlagen dazu angeregt werden kann, einen obertonreichen Ton zu erzeugen. Es gibt sie in verschiedenen Formen, Farben und Größen. Manchmal ist sie mit verschiedenen religiösen Motiven und Symbolen graviert oder bemalt.

Klangschalen erzeugen obertonreiche Klänge, ähnlich wie die Handpan und sind bei Yogis sehr beliebt. Sie werden häufig zur Klangschalentherapie oder für Meditationsübungen eingesetzt.

Besonders magisch klingen sie aber auch in entspannenden Musikstücken oder in Kompositionen der französischen Chanson-Sängerin Zaz, die verschiedene Klangschalen während ihrer Konzerte verwendet.

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Aufbau der Klangschale

Klangschalen können halbkugel- bis gongartig aufgebaut sein. Sie verfügen je nach Version über einen mehr oder weniger nach innen geneigten Rand und einen mehr oder weniger flachen Boden. Ihr Durchmesser kann von 10 bis über 50 cm variieren. Ihre Wandstärke beträgt zwischen 0,5 und 5 mm.

Geschichte und Herkunft der Klangschale

Ursprünglich sind Klangschalen ein traditionelles Küchengeschirr aus dem fernen Osten, vermutlich aus der Himalaja-Region sowie Indien, Nepal, Japan und China. Aber bis heute konnte ihre genaue Funktion und Herkunft nicht vollständig und eindeutig geklärt werden.

Doch in Asien sagen die Menschen, dass die gesamte Welt aus Klang entstanden ist. Dafür gibt es ein Begriff: Nada Brahma. Daher wurde die Klangschale schon immer im fernen Osten als Musikinstrument, für Heilung, Meditation und Rituale eingesetzt und hat dort eine sehr große Bedeutung.

Dass die Klangschale auch im Westen populär wurde, verdankt sie der Globalisierung und vor allem der Flower-Power-Bewegung in den 1970er-Jahren. Viele Anhänger der Bewegung brachten die Klangschalen von ihren Reisen mit, erforschten ihre Wirkungen und kombinierten sie mit ihrer Musik.

In den 1980er-Jahren erkannte der Ingenieur für physikalische Technik und Pädagoge Peter Hess den therapeutischen Wert der Klangschalen. Noch heute ist er eine Koryphäe in diesem Bereich. Aber auch andere Klangschalen-Forscher bestätigten in den 1990er-Jahren die heilungsfördernde Wirkung der Klangschalen, zum Beispiel Zoran Prosic-Götte, Frank Plate und David Lindner.

Verschiedene Varianten der Klangschale

Es gibt viele Varianten der Klangschalen. Dabei werden sie durch verschiedene Unterscheidungsmöglichkeiten, beispielsweise nach der Art ihres Materials und ihrer Herkunft kategorisiert.

  • Japanische Klangschalen
  • Tibetische Klangschalen
  • Kristallklangschalen

Sie lassen sich aber auch nach den Bereichen unterscheiden, in denen sie eingesetzt werden, wobei es hierbei weitere Untergruppen gibt.

Nach ihrem Einsatzgebiet werden die Klangschalen in drei verschiedene Kategorien eingeteilt:

Therapieschalen

Diese Klangschalen verfügen über ein sehr breites und großes Frequenzspektrum. Der Schwerpunkt liegt bei ihnen aber nicht auf dem Klang, sondern auf den Vibrationen, die in den Körper eindringen und sich mit ihm verbinden. Selbst wenn der Ton bereits verklungen ist, sind sie noch lange spürbar.

Die Schalen weisen eine exzellente Schwingungs- und Klangqualität auf. Sie verfügen über einen obertonreichen Klang und eine weite Form. Außerdem existieren sie in verschiedenen Größen und können ein maximales Gewicht von 4 kg besitzen.

Klangmassage mit einer Klangschale
Klangschalen werden häufig für Klangmassagen eingesetzt.

Meditationsschalen

Diese Schalen haben eine zylindrische oder bauchige Form und erzeugen einen klaren, sehr lang anhaltenden Ton. Das Gewicht der Schalen kann bis zu 20 kg und ihr Durchmesser mehr als 50 cm betragen. Meditationsschalen werden häufig für Musikaufnahmen, aber auch für Klangreisen verwendet. Die bekanntesten ihrer Art sind die tibetischen und japanischen Klangschalen.

Tibetische Klangschalen

Diese Klangschalen sind eigentlich nepalesische Klangschalen und bestehen traditionell aus einer Kupfer-Bronze-Legierung, die von weiteren verschiedenen Metallen begleitet wird. Unter Hitzeeinfluss werden sie aus einem Rohling hergestellt, in sorgfältiger Handarbeit geformt und anschließend gut poliert. Dank der Anfertigung per Hand erhält jede einzelne Schale einen einzigartigen Klang und damit auch ihre eigene Schwingung. Sie erzeugen einen tiefen, mystischen Ton, der selbst in einem gewissen Abstand zur Schale noch zu spüren ist und mit der Stille verschmilzt, um uns in die Hingabe und Ruhe zu führen. Tibetische Klangschalen werden gerne zur Meditation, aber auch zur Klangmassage verwendet.

Japanische Klangschalen

Die japanischen Varianten werden aus einem Rohling gedreht und nennen sich Rin- oder Dobachi-Schalen. Sie besitzen einen reinen, klaren und sehr hellen Klang, der zentrierend wirkt und werden gerne für die Meditation verwendet.

Kristallklangschalen

Kristallschalen bestehen meist aus Glas. Selten aus echtem Kristall. Ihr Klang ist viel klarer und hallt lange nach und ist noch minutenlang im Raum hörbar. Er hält länger an als der von Meditationsschalen. Durch ihren Kristall- oder Quarzanteil und ihre Wandstärke können sie auf bestimmte Frequenzen und Töne gestimmt werden. Dicke Wandstärken ergeben einen klaren und hohen Klang. Je reiner die Materialzusammensetzung ist, desto lang anhaltender und voluminöser ist ihr Klang. Ihre sphärischen Klänge erzeugen ein fein schwingendes Feld, das Klarheit in das Bewusstsein der Menschen bringt, vorausgesetzt sie werden achtsam und respektvoll angespielt.

Kristallklangschalen werden von einer Frau im Garten gespielt
Klangschalen gibt es aus verschiedenen Materialien, wie hier z.B. aus Glas

Spezielle Klangschalen

Planetenschalen – Ihre Tonfrequenz steht in einem definierten Verhältnis zur Umlaufzeit eines Planeten oder einem anderen astronomischen Zyklus.

Wie klingt eine Klangschale und wie wird sie gespielt?

Je nach Beschaffenheit und Größe einer Klangschale können charakteristische obertonartige, singende oder gongartige Klänge erzeugt werden. Diese lassen sich in ihrem Obertongehalt und Charakter durch die Auswahl der Schlag- oder Reibewerkzeuge und speziellen Reibe- und Anschlagstechniken beeinflussen.

Wie klingt eine Klangschale?

Eine Klangschale erzeugt einen Grundton und die dazu gehörigen Obertöne, die harmonisch zu den Grundtonfrequenzen schwingen. Dabei bestimmt der Grundton die Tonhöhe. Das Klangverhalten einer Klangschale wird hauptsächlich durch ihre Wanddicke, ihre Formgebung und ihre Größe bestimmt. 

Größere Schalen erzeugen einen tieferen Ton und kleine Schalen einen höheren. Verfügt eine Klangschale über einen dicken Rand, so klingt ihr Ton klarer und ihr Grundton kommt mehr zur Geltung. Die obertonartigen, gongartigen oder singenden Klänge entführen uns in eine mystische Welt abseits des Alltags und lassen uns entspannen.

Mit der Änderung der Temperatur verändern Klangschalen ihre Stimmung. Steigt die Temperatur, dehnen sich die Schalen aus, sodass der Ton tiefer wird und die Frequenz sinkt.

Wie spielt man eine Klangschale?

Es gibt grundsätzlich 2 verschiedene Spielweisen einer Klangschale: 

  1. das Anschlagen und
  2. das Reiben.
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Anschlagen einer Klangschale

Klangschalen werden mithilfe eines Klöppels von außen kurz unterhalb ihres Randes angeschlagen. Dabei sollte die Polsterung des Klöppels weich bis fest sein. Als Material für die Polsterung wird meist Filz verwendet. 

Eine Klangschale lässt sich aber auch mit einem sehr festen Schlägel anschlagen, zum Beispiel mit einem Holzschlägel. Dabei erzeugt sie jedoch einen recht blechernen Klang.

Sobald der Klöppel auf die Klangschale trifft, sollte er so viel Fläche wie möglich berühren. Das bedeutet, er sollte möglichst gerade auftreffen. Dabei kann der Klöppel je nach Lage der Klangschale wie ein nach unten hängendes Pendel oder ein Stift beim Schreiben gehalten werden.

Reiben einer Klangschale

Für das Reiben einer Klangschale eignen sich Schlägel aus Holz mit Lederbezug sehr gut. Beim Reiben wird der Schlägel senkrecht gehalten und am äußeren Schalenrand nach innen um die Schale geführt, während etwas Druck in diese Richtung ausgeführt wird. Dabei entsteht ein durchdringender singender Ton, der sich durch die Art des Untergrundes der Klangschale, der Entfernung zum Rand und durch den Druck variieren lässt.

Wie wird eine Klangschale hergestellt?

Es gibt zwei verschiedenen Herstellungsverfahren für Klangschalen.

Gehämmerte Klangschalen

Zunächst werden aus einer bestimmten Metalllegierung runde Platten gegossen, die nach dem Abkühlen erneut erhitzt und anschließend nach vorgegebenen Maßen mit der Hand gehämmert beziehungsweise getrieben werden. Damit sie formbar bleiben, müssen sie immer wieder neu erhitzt werden, da sie sich schnell abkühlen. Das Prozedere wird so lange wiederholt, bis sie ihre Form erreicht haben. Zum Schluss wird ihre Oberfläche auf Hochglanz gebracht.

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Gegossene Klangschalen

Hierfür wird eine geschmolzene Metalllegierung in eine Gussform gefüllt. Nach dem Erstarren wird der Rohling entfernt und auf einer Drehbank mechanisch nachbearbeitet. Danach werden die Schalen mit tibetischen Symbolen und Motiven bemalt und poliert. Das verwendete Metallgemisch kann aus einer Bronzelegierung mit hohem Kupfer- und Zinn-Anteil oder einer Messinglegierung mit hohem Zink- und Kupfer-Anteil bestehen. Messinglegierungen erzeugen helle, scharfe Töne, während die Bronzelegierungen einen erhabenen, widerhallenden und niedrigeren Ton hervorrufen.

Wie wird eine Klangschale gestimmt?

Eine Klangschale erhält ihre Stimmung durch ihren Aufbau, ihr Material und durch die Art und Weise, wie sie hergestellt wird.

Klangschale kaufen: Wie teuer ist eine Klangschale?

Maschinell hergestellte Klangschalen kannst du bereits ab einem Preis von 10 bis 15 € erwerben. Hochwertige, in Handarbeit hergestellte Therapieschalen-Sets kosten bis 1500 €. Für schwere Meditationsschalen musst du je nach Material mehrere Tausend Euro ausgeben.

FAQ zur Klangschale

Eine Klangschale ist eine Schale, dir durch Reiben oder Anschlagen harmonische, obertonreiche Klänge erzeugt. Sie wird vornehmlich zur Klangtherapie, speziell zur Klangmassage eingesetzt. Jedoch ist sie auch ein wunderbares Musikinstrument, das besondere Klanglandschaften erzeugen kann, die Musikstücken eine magische Note verleihen.

Klangschalen können dunkel oder hell klingen. Dabei hat jede Schale ihren individuellen Grundton, der die Tonhöhe bestimmt und ihre zugehörigen Obertöne, die harmonisch zum Grundton klingen. Kleinere Klangschalen erzeugen einen höheren Grundton, während größere Schalen einen tieferen erschaffen. Der Ton von dickwandigen Schalen klingt klarer, als der von dünnwandigen Varianten. Unter Wärmeinfluss, zum Beispiel im Sommer, wird der Ton einer Klangschale tiefer, da sich das Material ausdehnt.
Autoreninformation
Milan Serwene
Milan Serwene

Milan hat 2017 das Handpan-Portal gegründet. Mit seinen umfangreichen Ratgebern hilft er allen Interessierten sich in der Handpan-Welt zurechtzufinden. Er unterstützt mit informativen Blogbeiträgen und Interviews Handpan-Spieler*innen und -Hersteller*innen. Mittlerweile ist das Handpan-Portal als Teil eines großen Netzwerks die größte Internetseite in der Szene.

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