Jeremy Nattagh spielt Handpan beim Skifahren

Jeremy Nattagh: Handpan Extreme-Edition (05/2019)

Inhaltsübersicht

Bei diesem Artikel kann man kaum noch von einem Video der Woche sprechen. Viel mehr ist es eine Reportage über Jeremey Nattagh und seine weltweit einzigartigen und äußerst ungewöhnlichen Outdoor-Videos. Daher hier eine kurze Aufstellung des Inhalts.

Jeremy Nattaghs unglaubliche Videos

Meistens wird die Handpan entweder im Sitzen oder im Stehen gespielt. Dem Handpanspieler Jeremy Nattagh ist das aber zu langweilig. Als ich seine Videos gesehen habe, in denen er in den unmöglichsten Situationen Handpan spielt, war mir klar, dass ich diesen Mann interviewen und seine absolut einzigartigen Videos teilen muss.

Jeremy Nattagh - wer bist du?

Jeremy Nattagh
Jeremy Nattagh

Ich bin wahrscheinlich einer dieser seltenen Musiker, für die, dank der Blockflöte, alles in der Grundschule begann! Wir mussten dieses Instrument in der Schule lernen und da ich jedes Fach ernst nahm, widmete ich mich eben auch der Flöte sehr intensiv.

Als ich dann etwa 7 Jahre alt war, fühlte ich mich von der klassischen Silberflöte (Traverso) angezogen. Damit habe ich einen großen Schritt gemacht. Man kann sagen, dass dort meine eigentliche klassische Ausbildung begann.

Acht Jahre lang arbeitete ich täglich einige Stunden neben der üblichen Grund- und Mittelschulausbildung. Ich spielte wöchentlich Kammermusik und zusätzlich in einigen klassischen Orchestern.

Nach ein paar Jahren wurde ich sehr neugierig auf das Klavier, denn ich konnte spüren, dass es dieses Instrument alles vereint: Melodie, Harmonie und Rhythmus. Also nahm ich auch Klavierunterricht, lernte langsam das doppelte Notensystem zu lesen und spielte kleine klassische Stücke.

Als ich ein Teenager war, hatte ich die klassischen Musik und ihre sehr rigide Lehre und Umgebung satt. Meine Schulfreunde spielten E-Gitarre oder Bass und wir brauchten einen Schlagzeuger, um eine Band zu gründen. Also beschloss ich diese Rolle zu übernehmen und plötzlich wurde ich Schlagzeuger!

Nachdem ich klassische Musik gelernt hatte, lernte ich von nun an sehr intensiv Schlagzeug. Vor allem, weil ich wusste, dass ich einiges aufzuholen hatte, da ich erst mit 15 Jahren damit anfing.

Eigentlich habe ich 20 Jahre lang eine ziemliche Karriere mit dem Schlagzeug gemacht. Nachdem ich meinen Sekundarabschluss gemacht hatte, wusste ich bereits, dass ich ein Leben als Musiker führen wollte.

Ich nahm bei verschiedenen Schulen an professionellen Lehrgängen für Jazz und moderne Musik teil und begann in vielen verschiedenen Bands zu spielen. Im Alter von 18 Jahren begann ich als professioneller Musiker zu spielen.

Ich interessierte mich gleichzeitig sehr für Sound-Produktion, Engineering und Arrangement.
Ich tauchte in computergestützte Aufnahmen ein. Nach ein paar Jahren intensiven Schlagzeugen Spielens fehlte mir jedoch etwas. Daher besuchte ich auch viele Jazz-Klavierkurse, die von der Regierung bezahlt wurden, da diese Berufsmusikern in Frankreich einen besonderen Status bietet.

Außerdem gründete ich mein erstes eigenes Aufnahmestudio in der Wohnung, in der ich zu der Zeit lebte. Dort produzierte ich auch meine ersten Alben und Soundtracks für Radio oder Kurzfilme.

Nach 18 Jahren mit einer Vielzahl verschiedener Erfahrungen als Schlagzeuger, Komponist oder Toningenieur auf verschiedene Weise und an verschiedenen Orten spürte ich den Drang nach etwas Neuem, wusste aber nicht, was.

Als Komponist für Tanzchoreographien und Soundtracks hatte ich mich für das Hang etwa im Jahre 2005 interessiert Aber ich fühlte mich nicht bereit einen Brief zu schreiben und zu erklären, wie tief die Musik in mir steckte und wie sehr ich für ein Instrument geeignet war. Stattdessen habe ich mich in die Bellart Warteliste eingetragen. Leider musste ich schnell begreifen, dass es etwa 3 Jahre dauern würde, eine Bellart zu bekommen. Also habe ich die Idee, ein solches Instrument zu kaufen, verschoben.

Die Begegnung mit Adele Blanchin und meine Rolle als ihr Perkussionist stürzte mich in die Didgeridoo- und die neue aufstrebende Weltmusikszene rund um den Globus. So lernte ich Klaim kennen, einen legendären französischen Hang-Spieler. Er übergab mir eines Tages auf der Straße eine PANArt und ich begann ohne jegliche Idee oder Erwartung zu spielen , und ergreifende Musik erklang sofort unter meinen Händen.

Sogar er war überrascht und bot mir an, Instrumente des damals neuen Herstellers Aciel, mitzubringen. Ich war einverstanden, Geld in diese Idee zu investieren, doch gleichzeitig war mein Bellart fertig für mich. Es war Ende 2014 und ich war plötzlich Besitzer von zwei Aciel und einen Bellart.

Anfangs, noch müde vom ständigen Üben auf Instrumenten und in der Situation, dass es bereits viele Spieler und Videos gab, hatte ich eher Lust, nachts zu meinem eigenen Vergnügen zu spielen und die Handpan als Hobby und nicht professionell zu spielen.

Ich hätte mich nicht stärker irren können. Die Dinge gingen einfach sehr schnell, da ich viele Ideen mit diesen Instrumenten hatte. Es schien, als könne mein ganzes Leben als Musiker plötzlich durch die Handpans kanalisiert werden.

Ich nahm jede Idee auf meinem Handy auf und wusste nicht wirklich, was ich mit all dem machen sollte.

Und Anfang 2015 bot mir Klaim einen Konzertplatz an. Nach kurzem Zögern (und einer Handverletzung) nahm ich das Angebot an und wusste sofort, dass ich etwas tun musste, um das Universum der Handpans zu erweitern. Deshalb entschied ich mich, Percussions an den Füßen zu befestigen, um den Melodien der Handpans Trommelrhythmen beizumischen.

Außerdem wollte ich unbedingt strukturierte Stücke kreieren, nachdem ich viele Videos ohne wirkliche Richtung in den „Kompositionen“ gesehen hatte. Von Anfang 2015 und meinem ersten Konzert an ging alles sehr schnell, ein zweites Konzert, dann eine ganze Tournee und das gesamte Material, um nicht nur ein, sondern zwei und dann sogar vier sehr unterschiedliche Alben in nur zwei Jahren aufzunehmen.

Die Musik strömte und all die Erfahrungen, die ich mit Klassik, Jazz, Gospel, afrikanischer und futuristischer Musik gemacht hatte, fanden ihren Weg gemeinsam mit der Handpan und den verschiedenen Setups, die ich für verschiedene Situationen einstudiert hatte.
Ob es nun „standard“ Handpanspiel ist (aber immer mit 3 Instrumenten, um zumindest Akkorde und Tonalitäten zu wechseln), oder Weltmusik-Richtungen mit meinen Fußtrommeln, oder sogar Electronic/Trance-Klanglandschaften.

Handpan spielen beim Skifahren

Jeremy ist, zumindest soweit ich weiß, der erste und vielleicht sogar einzige Mensch, der jemals bei Skifahren auf einer Handpan spielte.

Jeremy, wie kamst du auf diese Idee?

Im März 2017 gab ich Konzerte in den französischen Alpen. Und als Skisüchtiger, ich fahre schon Ski seit dem ich 3 Jahre alt bin, habe ich mir gedacht, dass es wirklich Spaß machen könnte und irgendwie neu sein könnte, eine Handpan auf meinen Skiern zu spielen, während ich die Pisten hinunterfahre. Ich hatte die ganze Ausrüstung, um aufzunehmen und zu filmen, während ich in Bewegung bin, da ich wöchentlich Videos von musikalischen Begegnungen mit anderen Musikern oder an verschiedenen Orten, zu denen ich reiste, veröffentlicht hatte.

Außerdem empfand ich die Welt der Handpans damals als sehr stolz und ernsthaft in Bezug auf sich selbst, gewissermaßen versnobt. Ich verspürte das Bedürfnis, den Leuten das Gefühl zu geben (und vor allem mir selbst), dass es bei Musik auch und hauptsächlich darum geht, Spaß zu haben!

Ich denke, es bot mir auch die Gelegenheit, den ganzen Druck vom Üben, Proben von Shows und dem Abschließen von Verträgen für die Touren loszulassen.

Im gleichen Sinne wie bei meinen wöchentlichen Videos ging es mir darum, spontane Momente ohne Perfektionismus zu genießen und ein Gefühl von Freiheit und Spaß zu vermitteln.

Jeremy Nattagh bei den Aufnahmen mit seiner Handpan auf den Skiern

So entstand mein erstes „Handpan in Bewegung“-Video. Wartend darauf, dass sich die Skipisten leeren und die Sonne in den Bergen untergeht, haben wir dieses kleine Video mit Hilfe von zwei Freunden, einer am Kopf befestigten GoPro-Kamera und viel Konzentration gedreht, um nicht mit meinem Instrument zu stürzen.

Ich benutzte die Bellart und ihre Softtragetasche, die ich in umgekehrter Richtung auf meine Schultern legte. Es war ein System, das ich in einer Sekunde entwickelt hatte und das völlig ausreichend war, um eine Halterung für das Instrument zu bilden, während es sich gleichzeitig an mir aufstützte.

Um ehrlich zu sein, bin ich fast zwei Mal gefallen und es war eine ziemlich aufregende und absurd lustige Erfahrung. In diesem Video ist der Sound im ersten Teil live und dann dachte ich, es wäre „dramatischer“ und qualitativ sinnvoller, eine meiner arrangierten Handpan-Lieder einzuspielen: Blooming. Aber ich spielte immer noch auf meinen Skiern, obwohl ich mich entschied, den mit der GoPro-Kamera aufgenommenen Sound nach etwa einer Minute Live-Sound abzuschalten.

Handpan spielen beim Paragliding

Man könnte meinen Jeremy würde es reichen, der einzige Mensch zu sein, der beim Skifahren Handpan gespielt hat. Dem ist aber nicht so.

Jeremy, wie kamst du auf diese Idee?

Nach dem Skifahren-Handpan-Video kommentierte einer meiner französischen Fans, ein Paragliding-Instruktor und selber Handpan-Spieler, das Video. Er spaßte darüber, dass er mich auf einem Tandemflug in den französischen Alpen mitnehmen könnte. Ich habe sofort zugesagt! Er war total überrascht, dass ich verrückt genug bin, um das zu tun.

Auf dem Weg zu einem Livingroom-Konzert bei Echo Sound Sculptures war ich bei Evian, einer berühmten Bergstadt und wir haben uns mit Vincent Labro getroffen, um einen Flug für den nächsten Tag vorzubereiten.

Ich hatte in meinem Leben noch nie Gleitschirmfliegen gemacht, also sind mit dem Video zwei Träume wahr geworden: Fliegen und Musizieren beim Fliegen! Ich war so aufgeregt und hatte überhaupt keine Angst. Spaß und Lebenserfahrung waren immer noch die Hauptmotivationen und die Energie.

Am Tag darauf war der Wind etwas zu stark und Vincent sich nicht sicher, ob wir fliegen könnten. Aber ich bestand ein wenig darauf, dass wir es versuchten. Gerade als wir am Startplatz ankamen, beendete der vorherige fliegende Solo-Gleitschirmflieger seine Reise in einem großen Baum innerhalb weniger Sekunden. Dies war kein gutes Omen und ich fühlte mich unbeholfen. Vincent war jahrzehntelang auch Instruktor und Gleitschirmflieger, also beschloss ich, seinen Fähigkeiten zu vertrauen.

Jeremy Nattagh spielt Handpan beim Paragliding
Jeremy Nattagh spielt Handpan beim Paragliding

Diesmal hatte ich einen Zoom H6 in dabei, um mit einem Kontaktmikrofon einen besseren Klang zu erzielen. Wir haben wieder mit einer GoPro am Kopf gedreht und Vincent hatte auch noch eine GoPro am Stiel. Immer noch eine kompakte Ausrüstung, weil wir in der Luft ziemlich beschäftigt wären!

Da das Fliegen auf diese Weise sehr ruhig sein sollte (etwa 20 km/h), nahm ich wieder meine Bellart und hatte das gleiche Tragesystem, das wirklich solide schien, während wir uns auf den Start vorbereiteten.

Aber sobald ich in der Luft war (Abheben war erfolgreich), musste ich im Tandemgurt Platz nehmen und plötzlich lockerte sich die Bellart-Tasche und die Schultergurte!

Das war eine ziemlich unangenehme Erfahrung, da ich das Instrument während des Spielens mit meinen Unterarmen halten musste, um zu verhindern, dass es aus über 1000 Metern Höhe herunterfiel!

Jeremy beim Paragliding in den französischen Alpen
Jeremy beim Paragliding in den französischen Alpen

Es lief alles gut, aber jedes Mal, wenn wir in aufsteigender warmer Luft waren, gingen wir plötzlich auf die Seite und das Instrument ist beinahe heruntergefallen!

Wieder einmal nahm ich es locker und erlebte das Ganze als Spaß und eine einzigartige Chance, mich lebendig zu fühlen. Dieses Mal habe ich die gesamte Live-Tonspur behalten.

Dies war eine unvergessliche Aktion, zum ersten Mal über Berge und den Leman-See zu fliegen, um mit Vögeln zu musizieren. Vincent war wirklich angetan, Handpan zum ersten Mal zu hören, während er jemanden flog.

Handpan spielen im Cockpit

Mittlerweile ist denke ich klar geworden, dass Jeremy Nattagh sehr großen Spaß daran hat, an ungewöhnlichen Orten auf seiner Handpan zu spielen. Da ist es auch kaum noch ein Wunder, dass er ein Flug über dem Pazifischen Ozean nutzt, um im Cockpit zu spielen.

Jeremy, wie kamst du auf diese Idee?

Nach der Paragliding-Erfahrung fühlte ich auf einmal, dass es die schönste Erfahrung sein würde, Handpans in einem Heißluftballon zu spielen. Ich fühlte sehr deutlich, dass es ein noch sanfterer atemberaubender Augenblick sein würde. Zu diesem Moment hatte ich allerdings keine Ahnung, wie das Schicksal das ermöglichen würde.

In der Zwischenzeit wurde ich für ein Rock Festival in Neukaledonien, einer französischen Insel östlich von Neuseeland, gebucht. Das war eine sehr lange Anreise und wenige Tage vor der Abreise zum Flughafen erzählte mir der Festivalchef, der mein Ski- und Gleitschirm-Video gesehen hatte, von den traditionellen melanesischen Booten, auf denen ich spielen konnte.

Es gibt da diese kleine Insel, die man mit einem kleinen Flugzeug von Noumea (Neukaledoniens Hauptstadt) aus erreicht. Die Idee reifte in mir und während der 12 Tage auf den Pazifischen Inseln konnte ich eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der lokalen Fluggesellschaft knüpfen, die über die kleine Insel flog, wo ich ein Konzert in einem 5 Sterne Traumhotels am Rande der Welt gab, im Austausch für ein Zimmer und Frühstück vor Ort, damit ich morgens zum Boot gehen konnte.

Jeremy Nattagh im Cockpit

Das Verrückteste ist, dass der Flugzeugpilot, der mich mit 60 Kunden auf die kleine Insel brachte, eine Person war, die ich in der Jongliergruppe kennengelernt hatte, mit der ich auf dem Rock Festival zur Eröffnung spielte. Ich hatte die Firma bereits gefragt, ob ich während des Fluges im Cockpit spielen könnte, und Patrick, der Pilot, ließ mich ganz einfach rein.

Wieder einmal war die Bellart die beste Wahl, wenn auch harmonisch begrenzt, denn es ist ein kleines Instrument und es war ein kleines Flugzeug, und der Klappsitz, den ich benutzen konnte, war wirklich sehr klein.

Handpan auf einem Kanak-Boot

Dann war es Zeit für ein großartiges Segelerlebnis auf einem handgefertigten Holzboot, das von einem lokalen Kanak (dem kaledonischen Eingeborenenstamm) gesteuert wurde…. Die Natur war jenseits von allem, was ich zuvor gesehen hatte…. Schildkröten und Mantarochen zogen unter dem Boot vorbei, das Licht, die Felsen, das Wasser und die Wolken führten mich zu einer tiefen Verbindung zu allen Elementen.

Handpan spielen im Heißluftballon

Jeremy Nattagh blieb seinem Traum treu und schaffte es tatsächlich, seine Handpans auf eine Heißluftballonfahrt mitzunehmen. Zusammen mit Nina Attal schafft er einen unglaublichen Moment.

Jeremy, wie hast du das geschafft?​

Kurz nach meiner Rückkehr nach Europa erwartete mich die unglaublichste Produktions- und Flugreise. Ich hatte eine Anzeige von einer französischen Videoproduktion gesehen, die sich auf Outdoor-Aufnahmen spezialisiert hatte. Sie waren kurz davor, einen riesigen Metallring zu bauen, um Kamerafahrten um einen Heißluftballon zu ermöglichen.

Ich war erstaunt über den Zufall, da es mein größter Traum war, in einem Heißluftballon zu spielen. Ich hatte mich bereits früher mit dieser Produktionsfirma in Verbindung gesetzt, um ein Outdoor-Video zu drehen, aber ich hätte nie gedacht, dass wir diese schönen und einzigartigen Videos mit einer 40-köpfigen Produktionscrew in der Gegend von Roussillon drehen würden, einem Dorf im Süden.

Nina Attal und Jeremy Nattagh im Heißluftballon
Nina Attal und Jeremy Nattagh im Heißluftballon

Ausnahmsweise konnte ich einmal verschiedene Handpans mitnehmen, zwei Lieder waren mit der großartigen französischen Sängerin Nina Attal geplant, und zum ersten Mal musste ich mich nicht um das Filmen oder Aufnehmen kümmern.

Es stellte sich als ein magisches Erlebnis heraus, das Gefühl war noch näher daran ein Vogel zu sein als beim Paragliding. Da ich je nach Lied 2 oder 3 Handpans (Halo, Meraki, Yishama) gleichzeitig spielte, banden wir die 2 an Ständer an die Ballonkorbseiten und ich legte die Handpans einfach unbefestigt auf die Ständer, weil wieder einmal das Flugtempo sehr ruhig sein sollte.

Leider fiel beim Start, obwohl ich die seitlichen Handpans, die teilweise aus dem Korb ragten, festhielt, der nicht befestigte Ständer in der Mitte mit einer schönen Halo um. Ich hatte das Glück, das rechtzeitig zu sehen und in einer Millisekunde konnte ich verhindern, dass die Halo fällt!

Diesmal waren die Dreharbeiten wesentlich komplexer. Die Crew und das Equipment bestand aus zwei Kameraleuten an Bord, einer 360°-Kamera oben, der Kamera an dem erwähnten  Metallring um uns herum und drei Drohnen, die dem Ballon in der Luft folgten. Zwei der Drohnen gingen leider kurz nach dem Start verloren, aber wir haben trotzdem diese schönen Aufnahmen für das Fink-Cover.

Das zweite Video mit einem Cover von Sting ist ein 360° VR-Video, das man mit einer VR-Brille oder einfach nur mit einer Maus oder einem Touchpad genießen kann.

Was ist die Idee hinter diesen einzigartigen Aufnahmen?

Die grundlegende Idee hinter all dem ist nicht extrem zu sein, sondern viel mehr, aus der gewohnten musikalischen Denkweise herauszukommen, Lebenserfahrungen zu genießen und sich vom Musizieren in anderen Kontexten inspirieren zu lassen als nur von Konzerten und typischen musikalischen Veranstaltungen.

Ich muss sagen, es brachte mir viel Freude, Aufregung und das Gefühl, lebendig zu sein. Mir wurde klar, dass die Tatsache, dass ich ein Musiker bin, der sich sein ganzes Leben dem Klang lang verschrieben hat, mir die Chance gibt, Orte zu besuchen, an denen ich sonst nie wäre.

English version:

Tabel of content

With this article one can hardly speak of a video of the week. Much more it is a report about Jeremey Nattagh and his worldwide unique and extremely peculiar outdoor videos. Therefore here is a short list of the content.

Jeremy Nattaghs unbelievable videos

Mostly the handpan is played either while sitting or standing up. But this is too boring for the handpan player Jeremy Nattagh. When I saw his videos playing handpan in the most unlikely situations, I knew I had to interview this man and share his absolutely unique videos.

Jeremy Nattagh - Who are you?

Jeremy Nattagh
Jeremy Nattagh

I am probably one of those seldom musicians for whom, thanks to the recorder, everything started in primary school! We had to learn this instrument at school and since I took every subject seriously, I also devoted myself very intensively to the flute.

When I was about 7 years old, I felt attracted to the classical silver flute (traverso). With that I made a big step. One can say that my actual classical training began there.

For eight years I worked a few hours a day in addition to the usual primary and secondary school education. I played chamber music weekly and also in some classical orchestras.

After a few years I became very curious about the piano, because I could feel that this instrument unites everything: melody, harmony and rhythm. So I also took piano lessons, slowly learned to read the double staff and played small classical pieces.

When I was a teenager, I began to get tired of classical music and its very rigid teaching and environment. My school friends played electric guitar or bass and we needed a drummer to form a band. So I decided to take on that role and suddenly I became a drummer!

After I had learned classical music, I learned drums very intensively from now on. Especially because I knew that I had a lot of catching up to do, as I didn’t start it until I was 15 years old.

Actually I made quite a career with drums for 20 years. After graduating from secondary school, I already knew that I wanted to live a life as a musician.

I attended professional jazz and modern music courses at various schools and started playing in many different bands. At the age of 18 I started playing as a professional musician.

At the same time I was very interested in sound production, engineering and arrangement.
I immersed myself in computer assistet recording. After a few years of playing drums I was missing something. Therefore I attended many jazz piano courses, which were paid by the government, because this offers professional musicians a special status in France.

I also started my first recording studio in the apartment I lived in at the time. There I also produced my first albums and soundtracks for radio or short films.

After 18 years with a variety of different experiences as a drummer, composer or sound engineer in different ways and places, I felt the urge for something new, but didn’t know what.

As a composer of dance choreographies and soundtracks, I had been interested in the Hang in about 2005. But I did not feel ready to write a letter explaining how deep the music was in me and how suitable I was for an instrument. Instead, I signed up for the Bellart waiting list. Unfortunately I had to quickly realize that it would take about 3 years to get a Bellart. So I postponed the idea of buying such an instrument.

The encounter with Adele Blanchin and my role as her percussionist threw me into the didgeridoo and the new emerging world music scene around the globe. That’s how I met Klaim, a legendary French hang player. One day he gave me a PANArt hang on the street and I began to play without any idea or expectation, and touching music sounded immediately under my hands.

Even he was surprised and offered to bring me instruments from the then new manufacturer Aciel. I agreed to invest money in this idea, but at the same time my Bellart was ready for me. It was the end of 2014 and I suddenly owned two Aciel and one Bellart.

In the beginning, still tired of constant practice on instruments and in the situation that there were already many players and videos, I rather wanted to play at night for my own pleasure and play the handpan as a hobby and not professionally.

I couldn’t have been more wrong. Things just went very fast because I had a lot of ideas with these instruments. It seemed that my whole life as a musician could suddenly be channelled through the handpans.

I recorded every idea on my cell phone and didn’t really know what to do with it all.

And at the beginning of 2015 Klaim offered me a concert spot. After a short hesitation (and a hand injury) I accepted the offer and knew immediately that I had to do something to expand the handpans universe. So I decided to attach percussions to my feet to add drum rhythms to the melodies of the handpans.

I also wanted to create structured pieces after seeing many videos with no real direction in the „compositions“. From the beginning of 2015 and my first concert everything went very fast, a second concert, then a whole tour and all the material to record not only one but two and then even four very different albums in just two years.

The music was flowing and all the experiences I had with classical, jazz, gospel, African and futuristic music found their way together with the handpan and the different setups I had rehearsed for different situations.
Whether it’s „standard“ handpan playing (but always with 3 instruments to at least change chords and tonalities), or world music styles with my foot drums, or even electronic/trance soundscapes.

Playing handpan while skiing

Jeremy is, at least as far as I know, the first and maybe the only person who ever played on a handpan while skiing.

Jeremy, how did you come up with this idea?

In March 2017 I gave concerts in the French Alps. And as a ski addict, I’ve been skiing since I was 3 years old, I thought it might be really fun and somehow new to play a handpan on my skis as I ski down the slopes. I had all the equipment to record and film while I was on the move because I had weekly videos of musical encounters with other musicians or in different places I travelled to.

I also found the world of the handpans very proud and serious about themselves, snobbish, so to speak. I felt the need to make people feel (and especially myself) that music is also and mainly about having fun!

I think it also gave me the opportunity to let go of all the pressure of practicing, rehearsing shows and signing contracts for the tours.

In the same way as with my weekly videos, I wanted to enjoy spontaneous moments without perfectionism and to convey a feeling of freedom and fun.

Jeremy Nattagh shooting with his handpan on his skis

That’s how my first „handpan in Motion“ video was made. Waiting for the ski slopes to empty and the sun set in the mountains, we filmed this little video with the help of two friends, a head-mounted GoPro camera and a lot of concentration so as not to fall with my instrument.

I used the Bellart and her soft carry case, which I put on my shoulders in the opposite direction. It was a system that I had developed in a second and was quite sufficient to form a support for the instrument, while at the same time leaning against me.

To be honest, I fell almost twice and it was a pretty exciting and absurdly funny experience. In this video, the sound in the first part is live and then I thought it would be „more dramatic“ and more meaningful to record one of my arranged handpan songs: Blooming. But I was still playing on my skis, though I decided to turn off the sound recorded with the GoPro camera after about a minute of live sound.

Playing handpan during Paragliding

You’d think Jeremy would be enough to be the only person who played handpan while skiing. But that’s not the case.

Jeremy, how did you come up with that idea?

After the skiing handpan video, one of my French fans, a paragliding instructor and handpan player, commented on the video. He joked that he could take me on a tanmdem flight in the French Alps. I accepted immediately! He was totally surprised that I was crazy enough to do that.

On my way to a Livingroom concert at Echo Sound Sculptures I was at Evian, a famous mountain town and we met with Vincent Labro to prepare a flight for the next day.

I had never done paragliding in my life, so the video made two dreams come true: Flying and making music while flying! I was so excited and not afraid at all. Fun and life experience were still the main motivations and energy.

The next day the wind was a bit too strong and Vincent wasn’t sure if we could fly. But I insisted a little that we try. Just as we arrived at the launch site, the previous flying solo paraglider finished its journey in a big tree in a few seconds. This was not a good omen and I felt awkward. Vincent was also an instructor and paraglider pilot for decades, so I decided to trust his skills.

Jeremy Nattagh spielt Handpan beim Paragliding
Jeremy Nattagh plays Handpan during paragliding

This time I had a Zoom H6 in to get a better sound with a contact microphone. We again had a GoPro on our head and Vincent also had a GoPro on a stick. Still compact equipment because we’d be pretty busy in the air!

Since flying this way should be very quiet (about 20 km/h), I took my Bellart again and had the same carrying system that seemed really solid as we prepared for takeoff.

But as soon as I was in the air (take off was successful), I had to take a seat in the tandem harness and suddenly the Bellart bag and shoulder straps loosened!

This was a pretty unpleasant experience as I had to hold the instrument with my forearms while playing to prevent it from falling down from over 1000 metres!

Jeremy beim Paragliding in den französischen Alpen
Jeremy paragliding in the French Alps

It all went well, but every time we were in ascending warm air, we suddenly went to the side and the instrument almost fell down!

Once again I took it easy and experienced it as fun and a unique chance to feel alive. This time I kept the whole live audio.

This was an unforgettable action, flying over mountains and Lake Leman for the first time to make music with birds. Vincent was really excited to hear handpan for the first time while he was flying someone.

Playing Handpan in the cockpit

Meanwhile, I think it has become clear that Jeremy Nattagh has a lot of fun playing his handpan in unusual places. So it’s hardly surprising that he uses a flight over the Pacific Ocean to play in the cockpit.

Jeremy, how did you come up with that idea?​

After the paragliding experience, I suddenly felt that it would be the best experience to play handpan in a hot air balloon. I felt very clearly that it would be an even gentler breathtaking moment. At that moment, however, I had no idea how fate would make it possible.

In the meantime I was booked for a rock festival in New Caledonia, a French island east of New Zealand. That was a very long journey and a few days before leaving for the airport the festival director, who had seen my ski and paraglider video, told me about the traditional Melanesian boats I could play on.

There is this small island that can be reached by a small plane from Noumea (New Caledonia’s capital). The idea matured in me and during the 12 days on the Pacific Islands I was able to establish a partnership with the local airline that flew over the small island, where I gave a concert in a 5 star dream hotel on the edge of the world, in exchange for a room and breakfast on site so I could go to the boat in the morning.

Jeremy Nattagh in the cockpit

The craziest thing is that the pilot who brought me to the small island with 60 clients was a person I had met in the juggling group I played with at the opening rock festival. I had already asked the company if I could play in the cockpit during the flight and Patrick, the pilot, just let me in.

Once again, the Bellart was the best choice, albeit harmonically limited, because it’s a small instrument and it was a small plane, and the folding seat I could use was really very small.

Playing Handpan on a Kanak Boat

Then it was time for a great sailing experience on a handcrafted wooden boat steered by a local Kanak (the Caledonian indigenous tribe)…. Nature was beyond anything I had seen before…. Turtles and manta rays passed under the boat, the light, the rocks, the water and the clouds led me to a deep connection to all the elements.

Handpan playing in a hot-air balloon

Jeremy Nattagh stayed true to his dream and actually managed to take his handpans on a healing balloon flight. Together with Nina Attal he creates an incredible moment.

Jeremy, how did you do that?

Shortly after my return to Europe, the most incredible production and flight journey awaited me. I had seen an ad from a French video production specialized in outdoor recordings. They were about to build a huge metal ring to allow camera movements around a hot air balloon.

I was amazed at the coincidence as my biggest dream was to play in a hot air balloon. I had contacted this production company before to shoot an outdoor video, but I never thought we would shoot these beautiful and unique videos with a 40-person production crew in the Roussillon area, a village in the south.

Nina Attal und Jeremy Nattagh im Heißluftballon
Nina Attal and Jeremy Nattagh in a hot-air balloon

As an exception, I was able to take different handpans with me once, two songs were planned with the great French singer Nina Attal, and for the first time I didn’t have to worry about filming or recording.

It turned out to be a magical experience, the feeling was even closer to being a bird than when paragliding. Since I played 2 or 3 handpans (Halo, Meraki, Yishama) at the same time depending on the song, we tied the 2 to stands on the balloon basket sides and I simply put the handpans unfixed on the stands, because once again the flight speed should be very quiet.

Unfortunately, at the start, although I held the lateral handpans, which partially protruded from the basket, the unattached stand fell down in the middle with a nice halo. I was lucky to see that in time and in one millisecond I could prevent the halo from falling!

This time the shooting was much more complex. The crew and the equipment consisted of two camera men on board, a 360° camera at the top, the camera on the metal ring around us and three drones following the balloon in the air. Two of the drones unfortunately got lost shortly after the launch, but we still have these nice shots for the Fink cover.
 
The second video with a cover by Sting is a 360° VR video, which you can enjoy with VR glasses or simply with a mouse or a touchpad.

What is the idea behind these unique videos?

The basic idea behind all this is not to be extreme, but much more to get out of the usual musical way of thinking, to enjoy life experiences and to be inspired by making music in contexts other than concerts and typical musical events.

I must say it brought me a lot of joy, excitement and the feeling of being alive. I realized that the fact that I am a musician who has devoted his whole life to sound gives me the chance to visit places I would never otherwise be.

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